
Peremoha – ein Dorf in der Ukraine
Das ukrainische Dorf Peremoha („Sieg”) liegt etwa 50 km östlich von Kiew und hieß vor dem Zweiten Weltkrieg Jadliwka. Aus Überlieferungen gibt es Berichte über die von Stalin bewusst herbeigeführte große Hungersnot in den frühen 1930er Jahren, dem Holodomor. Mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion wurde das Dorf mit Ausnahme der Kirche dem Erdboden gleichgemacht, ein Teil der Dorfbevölkerung wurde ermordet, 1300 – 1500 Menschen zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert.
In einem Langzeit-Projekt beschäftigte sich Claudia Sievers, ehemalige Geschäftsführerin der Martin-Niemöller-Stiftung, mit den Überlebenden des Dorfes. Die daraus entstandenen Kontakte und Freundschaften sind ein rührendes Zeugnis von Versöhnung trotz unsagbaren Leids. Claudia Sievers wird in Auszügen über ihr Buch sprechen.
Die Beauftragte für Erinnerungskultur der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Pfr´in Marion Gardei, war im Jahr 2006 Gemeindepfarrerin in Berlin-Dahlem, als eine Gruppe ehemaliger Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter des Dorfes auf den Spuren ihrer Vergangenheit nach Berlin reisten. Eine Station war auch das Martin-Niemöller-Haus. Anhand von biografischen Beispielen wollen wir uns mit dem immer noch viel zu wenig beachteten Thema der Zwangsarbeit in der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigen.
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