2-seitiger Brief an Reichsminister

Ministerbrief-1 und Ministerbrief-2

Zweitschrift eines Beschwerdebriefs Elisabeth Schiemanns an einen Reichsminister über die unwürdige Behandlung jüdischer Hilfesuchender in einer staatlichen Auswandererberatungsstelle in Berlin

Elisabeth Schiemann beobachtete die Verfolgung der deutschen Jüdinnen und Juden sehr aufmerksam. Einen Monat nach den reichsweiten Pogromen gegen die jüdische Bevölkerung, als eine große Fluchtbewegung einsetzte, wurde sie in der Adventszeit 1938 zufällig Zeugin der Zustände in einer staatlichen Auswanderungsberatungsstelle in Berlin. Entsetzt über die dortigen Zustände schrieb sie einen Beschwerdebrief, den sie an den Reichsminister für Finanzen, den parteilosen Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk, richtete. Von ihm erwartete sie sich noch Aufmerksamkeit, da er der Dahlemer Kirchengemeinde angehörte und sie ihm wahrscheinlich in Gottesdiensten begegnet war. Aus einem späteren Eingangsvermerk geht hervor, dass ihn der Brief zwar erreicht hatte, eine Antwort aber ausblieb. Der Brief verschwand unbeachtet in der Behördenpost.

Quellenangabe: Archiv der Max-Planck-Gesellschaft Berlin, III. Abt. Rep. 2 (Nachlass Schiemann), Nr. 18

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