Martin-Niemöller-Haus Berlin-Dahlem
Martin-Niemöller-Haus Berlin-Dahlem

Widerständig leben

Dr. Markus Dröge

„Evangelische Bildung hilft Men­schen zu werden, was sie sind: Ebenbilder Gottes, deren Bestimmung die verantwortliche Wahrnehmung ihrer Freiheit ist.“ Das Perspektivprogramm Salz der Erde der EKBO benennt mit diesen Worten die besondere Bedeutung der Bildungsverant­wortung für unsere Kirche.


Bil­dung ist darin kein Selbstzweck, sondern sie dient der verantwortlichen Wahrnehmung der Freiheit. Die aber fällt nicht vom Himmel, sondern muss gelernt werden. Dazu brauchen wir authentische Lernorte und Menschen, die uns eine solche Freiheit vorleben oder vorgelebt haben. Mit all den Brüchen und Ambivalenzen, die zu einem Leben gehören. Ein solcher Lernort ist das Martin-Niemöller-Haus.


Martin Niemöllers durch Brüche und Widersprüche gekennzeichneter Lebensweg ließ ihn schließlich zu einer Schlüsselfigur der Bekennenden Kirche und damit auch zum Gegner des nationalsozialistischen Regimes werden. Sein Bekenntnis und auch sein Engagement für Frieden und Bewahrung der Schöpfung nach 1945 sind für zukünftige Generationen Auftrag, im positiven Sinne widerständig zu sein, zu er­innern, zu lernen und zu handeln.


Der im Jahr 2007 eingerichtete „Erinnerungsort Martin Niemöller“ trägt mit seiner Bildungsarbeit dazu bei, aus dem Erbe der bekennenden Christen Lehren für die heutige Zeit zu entwickeln und insbesondere jungen Menschen nahezubringen.


Die Bildungsarbeit des Martin-Niemöller-Hauses verbindet sich im Jahr 2013 mit dem Themenjahr „Zerstörte Vielfalt“, in dessen Rahmen sich Berlin intensiv mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzen wird. 80 Jahre nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und 75 Jahre nach den Novemberpogromen bleibt das Gedenken, Erinnern und Mahnen eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Nicht zuletzt die aktuelle politische Debatte in Untersuchungsausschüssen auf Bundesebene und in den Ländern über rechtsextremistisch motivierte Gewalt zeigt: Frieden und Demokratie bleiben Herausforderungen, denen wir uns als Christinnen und Christen aktiv stellen müssen.


Das Martin-Niemöller-Haus ist ein Ort aktiver Erinnerungsarbeit und ein innovativer Lernort. Ich danke allen, die sich für dieses Haus, für diesen Ort, der erinnernd in die Zukunft weist, engagieren. Die evangelische Bildungsverantwortung als Wahrnehmung verantwortlicher Freiheit bekommt an diesem Ort eine konkrete Gestalt und eine Vision.

Dr. Markus Dröge

Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

Richard v. Weizsäcker

"Es erfüllt mich stets mit großer Freude und Dankbarkeit, zu er­leben, wie sich die Evangelische Kirchengemeinde Dahlem in Erinnerung und täglicher Arbeit „ihrem“ Pfarrer Martin Niemöller verpflichtet sieht. Martin Niemöller hat mit seiner gradlinigen und unbeugsamen, aus festem Glauben gestützten Konsequenz dem schrecklichen Naziregime widerstanden und durch sein wie der von ihm ge­gründeten Bekennenden Kirche Wirken mit den Boden bereitet, der uns nach dem Ende des Nationalsozialismus einen eigenen moralischen Neubeginn möglich machte. Widerständig und streitbar hat er seinen Glauben und dessen Folgen für ein rechtes Leben in die Gesellschaft getragen, auch nach dem Krieg zu unser aller Nutzen.Wann immer ich ihm begegnet bin, war ich auf bleibende Weise von ihm beeindruckt.
Die Evangelische Kirchengemeinde Dahlem schafft uns im ehema­ligen Pfarrhaus Niemöllers den Raum, seinem Beispiel für unsere christliche Verantwortung in der Welt zu folgen, so gut wir es vermögen. Dem Haus und der dortigen Arbeit gelten unsere guten Wünsche."

Richard von Weizsäcker
1984–1994 Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland

Margot Käßmann

"Die Erfahrung des Versagens unserer Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus hat uns ge­lehrt, dass Kirche, dass Christin­nen und Christen gewaltfrei Widerstand leisten müssen, wo Menschenrechte mit Füßen ge­treten werden. Das ist auch die Erfahrung der Kirche in der DDR. Das sind auch Erfahrungen in aller Welt: in Südafrika, in Argentinien, im Iran etwa.

Jeder Mensch ist Gottes Ebenbild. Wird seine Integrität angegriffen, sind unsere Glaubensüberzeugun­gen infrage gestellt."

Margot Käßmann

Botschafterin für das Reformations­jubiläum 2017

im Auftrag der Ev. Kirche Deutschlands (EKD)

Christoph Markschies

„Widerständig leben bedeutet für mich: Zivilcourage lernen und einüben. Nicht teilnahmslos hinnehmen, wenn Mitmenschen um ihre Rechte gebracht werden. Das meint hierzulande beispielsweise, sich für das Recht auf Bildung für alle einzusetzen.
Die Erinnerung an Martin Nie­möller, der, aufgewachsen in klassischen deutschen obrigkeits­­staatlichen Zusammenhängen, auch erst lernen musste, Zivilcourage aufzubringen, hilft mir und anderen, den „aufrechten Gang“, zu dem wir als Gottes Geschöpfe bestimmt sind, nicht zu vergessen."

Christoph Markschies

Theologe und Kirchenhistoriker,
Vizepräsident der Berlin-Brandenbur­gischen Akademie der Wissenschaften

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