In den Jahren 1939-41 lief die rassistische Politik des NS-Staates darauf hinaus, die Juden völlig von den „Ariern“ zu isolieren und ihre Arbeitskraft bei mangelnder Ernährung für die Kriegsproduktion auszubeuten. Ein Gesetz über die Mietverhältnisse mit Juden von 1939 diente der Zusammenfassung der Juden in einzelnen Häusern, wodurch es die Gestapo später einfacher hatte, die Juden zu den Deportationen abzuholen. Seit März 1941 waren alle Juden zur Zwangsarbeit, zumeist in Rüstungsbetrieben, verpflichtet. Sie bekamen dafür einen Hungerlohn; ihre Lebensmittelrationen waren sehr viel knapper als die für "Arier". Sie durften keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, außer wenn der Arbeitsplatz mehr als 7 km entfernt war. Der Besitz von Fahrrädern war ihnen untersagt. Juden unterstanden nicht den Arbeitsschutzgesetzen. Krankheit bedeutete nach dem Oktober 1941, dass sie sofort auf die Deportationslisten kamen. Juden war es verboten:Grünanlagen zu benutzen Juden erhielten unter anderem:keine Fischwaren Unter diesen Maßnahmen hatten auch Dahlemer Gemeindeglieder zu leiden. Zwei von ihnen berichten ihrem Pfarrer davon: " … Seit dem 10.7. [1941] habe ich nun, wie viele andere auch, eine Arbeit bekommen. Das ist auch der Grund, weshalb ich nicht eher schrieb, denn der Sonntag ist der einzige Tag, wo ich richtig Ruhe habe … Die Arbeit macht mir Freude, da es immerhin so ist, dass ich sie leisten kann … Ich gehe jeden Tag um ¼ 7 aus dem Haus und habe es bis auf einen Tag immer geschafft, noch in Ruhe die Tageslese und die Losung vorzunehmen …" (Johanna Sachs am 24.8.1941) " … Ich selbst gehe nun schon den 11. Monat in die Fabrik, d.h. ich stehe um ¾ 5 auf und bin dann abends um ½ 7 zu Haus, habe da 2 mehr oder weniger wache Stunden für mich und gehe dann schlafen. Abgesehen von der so langen Dienstzeit und Wegstrecke habe ich aber wirklich keinen Grund zum Klagen, in einem kaufmännischen Beruf wäre ich natürlich lieber tätig. Aber wie viele sind überhaupt noch in ihrem Beruf tätig. Es ist eben Krieg …" (Dr. Steinfeld im Februar 1942) |
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Hildegard Schaeder (1902-1986) |
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In der Dahlemer Gemeinde entstanden Initiativen, den jüdischen Nachbarn zu helfen. So regte Hildegard Schaeder schon 1938 die besondere Betreuung jüdischer Menschen durch die Gemeinde an. Sie hielt in den folgenden Jahren zusammen mit anderen Gemeindegliedern Kontakt zu Juden, um sie zu unterstützen: durch Besuche, Versorgung mit Lebensmitteln und Geld, Suche nach Auswanderungsmöglichkeiten. 1943 wurde sie deswegen verhaftet und war bis 1945 im Konzentrationslager Ravensbrück. 1.12.38 Lieber Herr Pastor, Herzlich Ihre Hildegard Schaeder |
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Parkbank "nur für Arier" |
Bild aus einem antisemitischen Kinderbuch |
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Gesetze, Verordnungen und Maßnahmen gegen jüdische Bürger 1938 – 1941
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